Kunstgalerien Konstanz und Solothurn

Solothurn 2019, im Atelier des Malers Rudolf Butz

In der Schweizer Stadt Solothurn an der Aare, welche vor allem durch den Architekturstil des Barocks geprägt ist, hatten wir das Vergnügen, den Künstler Rudolf Butz persönlich kennenzulernen und einige seiner Werke zu bewundern. Den Spaß an der Kunst entdeckte Rudolf Butz schon als kleiner Junge, erst später ging er dieser inzwischen großen Leidenschaft nach und war somit, nach seiner Mutter, der zweite Künstler in seiner Familie. Er besuchte eine Kunstschule um sein Wissen zu erweitern, anders als seine Geschwister, die im Ingenieurwesen tätig waren, wie sein Vater. Schließlich entschloss er sich 1972 für eine Ausbildung bei dem Soziologen und Philosoph Joseph Beuß.

Mittlerweile hat sich Rudolf Butz auf die figurative Abstraktion spezialisiert. „Vernetztes Denken und hinterfragen“, sagt er heute, sei ein sehr wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. So könne er seine Ideen gut verknüpfen und letztendlich verwirklichen. Vor allem im jungen Alter waren Vorbilder, die er bewundern konnte und die ihn belehrten, besonders wichtig für ihn. Wer kennt das nicht? Man hört nie auf zu lernen und Rudolf Butz nie auf zu malen. Seine Bilder vervollständigt er meist über viele Jahre.

Durch heutige Technologien hat Rudolf Butz die Möglichkeit, digitale als auch analoge Techniken in einander übergehen zu lassen und so zum Beispiel Fotos ein komplett neues Erscheinen zu verleihen. Auch das Drucken seiner Bilder auf spezielle Folien hat er für sich entdeckt und konnte damit bereits große Erfolge, wie bei der Gestaltung einer Bank, erzielen.

Beim Betrachten der Bilder in seinem Atelier wird schnell klar, dass keines einem andern gleicht. Zwar zieht er alle Bilder zur Inspiration zu Nutze, jedoch lassen sie sich nicht in seinen neuen Werken wiederfinden. Das liegt unter anderem daran, dass sich seine Bilder in einem ewig langen Prozess der Wanderung befinden. So kann es auch passieren, dass sich das gesamte Konzept des Bildes mehrmals ändert. Diesen Vorgang hat Rudolf Butz uns dann sogar live vorgeführt: Er präsentierte uns zwei seiner Bilder und bat jeden, seine Interpretation des Bildes zu erklären. Denn Kunst liegt im Herzen jedes einzelnen Betrachters. Fast wie aus dem nichts griff Rudolf Butz sich einen Kohlestift und begann das Bild zu bearbeiten. Fast willkürlich erschienen seine Figuren, aber während er zeichnete begann er zu erklären was in seinem Kopf vor ging und so wurde uns schnell klar, wie viel Geschichte in jedem seiner Bilder stecken musste.

Heute ist Rudolf Butz ein erfolgreicher Künstler und stellt seine Werke weltweit aus. Unter anderem in Paris, New York und Solothurn. Seinen Lebensunterhalt kann er so allein durch seine Leidenschaft die Kunst finanzieren, indem er Werke verkauft und regelmäßig ausstellt.

Nelli Bestehorn und Charlotte Maier                       Konstanz, am 11. Juli 2019


Die Galerie „KunstGrenze“ – Die Kunst, die Grenze zum Kunstwerk zu machen

Am Morgen des 22.07.2019 gab uns Johannes Dörflinger, der Künstler hinter der Kunstgrenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz, die Möglichkeit in seiner Galerie etwas über seine Arbeit als Galerist und die Künstler hinter den, von ihm ausgestellten Kunstwerken, zu erfahren.
Die Kunstwerke, welche er in seiner Galerie ausstellt, stehen durch ihre Anordnung in einem Dialog zueinander. Das heißt, dass sie jeweils mindestens ein harmonierendes Merkmal mit dem benachbarten Werk besitzen. Unter den Werken befinden sich sowohl die Werke von Künstlern, mit welchen Herr Dörflinger persönlichen Kontakt pflegt, als auch Werke von ihm persönlich. Aktuell ist in der Galerie unter anderem der Künstler Richard Tisserand mit einem Werk aus dem Jahre 1984, sowie der französische Künstler Jean-Luc Favéro vertreten, welcher mit Walnussaft Berglandschaften auf die Blätter alter Auftragsbücher malt. Die Künstler und Galeristen der Stadt Konstanz kooperieren gerne auch Untereinander, so fand beispielsweise 2008 eine Einzelausstellung mit Dörflingers Werken in der Galerie Geiger statt und die Schmuckstücke von Michael Zobel sind oftmals Teil von Dörflingers Ausstellungen.
Seine Galerie konnte er ausschließlich durch seine Stiftung, der Johannes Dörfler Stiftung, finanzieren. Über die Umsetzung einer Ausstellung in der Galerie wird ebenfalls von dem Stiftungsrat seiner Stiftung entschieden.
Herr Dörflinger erzählte uns, dass er unter anderem an dem Royal College of Art in London dozierte und mit Psychologen der Universität Brighton zusammenarbeitete. Zu Dörflingers Werken zählen neben der Kunstgrenze noch seine Polaroidbilder, Polaroid Fotografien, welche er übermalte, sowie die Tarot Serien, welche die Grundlage für die spätere Kunstgrenze bildeten.
Seine Werke sind neben seiner Galerie noch in Museen in Freiburg, Frates, Hamburg, Harvard, London, New York, Singen und Wien vertreten und wurden 34 mal international in Einzelausstellungen präsentiert.

Lea Bauer und Hannes Oetken                               Konstanz, am 22.07.2019


http://www.doerflingerstiftung.org/index.php/aktuell-de/

Junge Kunst in Konstanz – Die Galerie Lachenmann

Nachdem wir unsere Projektwoche in der Galerie von Herrn Dörflinger  begonnen hatten, besuchten wir die Galerie Lachenmann. Dort begrüßte uns eine Mitarbeiterin, mit der wir viel über die Galerie und ihre Werke sprachen.

Wir erfuhren, dass die Galerie Lachenmann an drei Standorten zu finden ist. Eine befindet sich in Frankfurt und ist 600m2 groß, die anderen beiden sind in Konstanz. Neben der Galerie am Seerhein wurden im Juni 2019 weiterer Räumlichkeiten in der Innenstadt erworben.

In diesen Ausstellungsräumen wird vor allem zeitgenössische Kunst gezeigt. Es sei den Galeristen wichtig, mit den Künstlern sprechen zu können, um deren Perspektiven genau zu erfahren. Außerdem müsse die Chemie zwischen Künstler und Galerist stimmen. Ein besonderes Augenmerk würden sie hierbei auf junge Künstler und ihre zeitgenössischen Werke haben.

Die Lachenmann-Galerien haben bisher Werke von Künstlern aus über 10 verschiedenen Länder ausgestellt. In der von uns besuchten Galerie sahen wir und sprachen über Werke von u. a. Lennard Grau und Lars Teichmann.

Über Lars Teichmann erfuhren wir, dass er ,1980 geboren, einer der jungen Künstler ist, der die Galerie Lachmann Raum gibt, ihre Kunst auszustellen. Teichmann arbeitet mit Motiven alter Gemälde, die er in verschiedenen und neuen Stilen interpretiert.

In Konstanz gibt es meist Einzelausstellungen, die einem Künstler gewidmet sind. Dies‘ sei in Frankfurt, auf Grund der Größe der Räumlichkeiten, nicht möglich. Hier sind meist mehrere Künstler vertreten.

Hannes Oetken und Lea Bauer                               Konstanz, am 22.07.2019


Der Goldschmied als Künstler – Begegnung mit Michael Zobel

Michael Zobel wurde 1942 in Tanger in Marokko geboren. Doch schon im Alter von sechs Jahren zog seine Familie mit ihm nach Barcelona. Zobel wusste schnell, dass er künstlerisch tätig sein wollte, auch beeinflusst durch den Stil junger Künstler in Barcelona. Als auch sein Vater, der Uhrenvertreter war, ihm nahelegte Goldschmied zu werden, entschloss er sich mit 16 Jahren nach Deutschland zu ziehen, um Goldschmied zu werden. In Pforzheim, das bekannt ist für seinen Schmuck, fand er seine Ausbildungsstätte. Nach seiner Ausbildung besuchte er die dortige Kunst- und Werkschule, wo ihm einer seiner Professoren, Professor Ullrich, die Augen öffnete. Er zeigte ihm was es bedeutete Goldschmied zu sein.

Nach Stationen in Paris, Luxemburg und Kiel lebt und arbeitet Michael  Zobel seit 1968 in Konstanz. Hier hat er heute in der Kreuzlinger  Straße seine Werkstatt und ein kleines  Ausstellungsareal für seine Schmuckstücke. Außerdem besitzt er eine Galerie auf Menorca und eine in Barcelona. Er ist zudem Mitglied im Kunstverein Konstanz.

Michael Zobel arbeitet hauptsächlich mit Schweißtechniken. Eine Fertigungsart, die der Goldschmied besonders bevorzugt, ist, bei Verwendung von Gold, silberne Metalle zu integrieren, um einen Übergang zwischen zum Beispiel grauen Edelsteinen und Gold herbeizuführen. Hierbei entstehen ausschließlich Unikate, die nicht selten ein Werk im Werk beinhalten. So entwarf er beispielsweise eine Bernsteinkette. In dem Bernstein dieses Schmuckstückes befindet sich ein eigenes Werk, bestehend aus Blättern, Holz, manchmal sogar Insekten und montierten Edelsteinen. Michael  Zobel selbst bezeichnet seine Fertigungen deswegen nicht nur als Schmuckstücke, sondern auch als Kunstwerke. Deshalb zählen zu seiner Kundschaft auch Sammler.

Heute ist Michael Zobel hauptsächlich Designer in seinem Atelier, wo er die Kunststücke entwirft, die anschließend von seinem Goldschmied umgesetzt werden. Michael Zobel  hat nämlich auch über 20 Lehrlinge  zum Goldschmied ausgebildet und darf über eine Ehrenprofessur stolz sein.

Hannes Oetken und Lea Bauer                               Konstanz,  am 23.07.2019


Die Galerie Geiger – Kunst der 60-ger Jahre  im Zeichen der Weltoffenheit

Die Galerie Geiger wurde von Roland Geiger, einem ehemaligen international gefragten Siebdrucker, 1975 gegründet wurde und nun von ihm und seinem Sohn Dr. Stephan Geiger geführt.Künstler, welche in der Galerie ausgestellt werden, wurden großteils in ihrer Karriere von Anfang an in enger Zusammenarbeit von der Familie Geiger begleitet und werden häufig auch von Herrn Dr. Stephan Geiger in ihren Ateliers besucht.
Die Galerie verkauft die Werke nicht ausschließlich an Privatkunden, sondern verleiht sie ebenfalls an Museen oder ähnliche Institutionen. Der Erlös aus den Verkäufen wird, je nach Bekanntheit des Künstlers, zwischen ihm und der Galerie aufgeteilt. Nach dem Tod eines Künstlers können Werke stellvertretend durch die Verwantschaft über Galerien weiter verkauft werden. Jedoch sprach sowohl die Galerie Geiger als auch die Galerie KunstGrenze die bestehende Problematik an, dass viele Werke nach dem Tod eines Künstlers schwer unterzubringen sind. Auf der anderen Seite ist es bei sehr gefragten Künstlern häufig selbst zu Lebzeiten fast unmöglich, deren Werke zu ergattern und sie dann zu verkaufen.
Aktuell findet in der Galerie die jährliche „Young Collectors Choice“ Ausstellung statt, in welcher verhältnissmäßig günstigere, beziehungsweise kleinere Werke für zum Beispiel jüngere oder unerfahrenere Kunden verkauft werden, welche gerade erst beginnen sich für Kunst zu interessieren. Künstler der „Young Collectors Choice“ sind Atila, Bernard Aubertin, Jörg Bach, Günther Förg, Rupprecht Geiger, G. C. Kirchberger, Christian Megert, Richard Neuz, Georg Karl Pfahler, Otto Piene, Daniel Spoerri, welcher als Mitbegründer der Künstlergruppierung Nouveau Réalisme gilt, Klaus Staudt und Herman de Vries, der sich in seiner Kunst ausführlich mit der Umwelt und Natur auseinandersetzt. Unabhängig von der „Young Collectors Choice“ werden in der Galerie Geiger auch Werke von Künstlern wie Heinz Mack ausgestellt, einem Begründer der einflussreichen ZERO Gruppe, welcher für seine OP-Art, Lichtkunst und kinetische Kunst bekannt ist.

Lea Bauer und Hannes Oetken                               Konstanz, am 23.07.2019

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